Als ich heute Morgen aus dem Haus ging und die Treppe leicht unruhig und mit leichtem Bauchweh hinunter schlenderte, meine Schritte in Gedanken zählte – eins, zwei, drei, vier – erinnerte ich mich an eine alte Geschichte aus meinem Geburtsland, von einem Crow-Indianer, Henry Old Coyote:

Der Eingang eines Tipis zeigt immer nach Osten.

Wenn der Indianer am Morgen hinaustritt, um die Sonne zu begrüßen, die im Osten emporsteigt, wendet er sein Gesicht dem neuen Tag zu und macht vier Schritte.

Jeder der Schritte ist von einem Wunsch begleitet, einem Wunsch für jeden Schritt und für jede der vier Jahreszeiten, die vor uns liegen.

Dann schaut der Indianer nach Westen; er nimmt den Pfad der Sonne vorweg, geht ihr voraus, bevor sie noch selber den westlichen Horizont erreicht hat.

Auf diese Weise drückt er aus, dass er nicht zurück kann; der Tag, der gestern war, ist vergangen.

Er blickt nach vorn.

Im Leben eines Indianers gibt es keine schlechten Tage.

Auch wenn es noch so stürmisch ist – jeder Tag ist gut.

Weil du am Leben bist, ist jeder Tag gut!

Die letzten Tage waren sehr anstrengend, es ging um Krankheit, um Verantwortung, um Entscheidungen und ich lief Gefahr, sie als negativ zu beurteilen, doch warum?

Nein – so nicht, ich machte nochmals bewusst vier Schritte, begleitet von je einem Wunsch, atmete tief ein und aus, ein und aus, ein und aus – sah nach Westen und beschrieb den vermeintlichen Weg der Sonne am Himmel mit dem Arm und wusste, dass auch ich nicht zurück kann, denn die gestrigen Tage waren vorbei und ich blickte nach vorn …