Haben sie schon mal etwas von Bahnungseffekten gehört?

Der Begriff der Bahnung stammt aus der Neurophysiologie und er beschreibt ein Phänomen, bei dem eine wiederholte Erregung bestimmter Nervenbahnen der Wirkungsgrad von Reizen mit gleicher Stärker erhöht und / oder der Wirkungsgrad von Reizen schwächerer Stärke ermöglicht wird. 😉

Lassen sie mich ein kleines Spiel mit mir spielen,  bzw. denken sie es einfach mit mir mit:

  • Wenn ich sage „Mutter“, was fällt mir als erstes ein? – genau, „Vater“
  • Wenn ich sage „hell“, was fällt mir wahrscheinlich ein? – genau, „dunkel“
  • Wenn ich sage „Sonne“, was kommt höchstwahrscheinlich? – genau, „Mond“
  • Wenn ich sage „heiß“ , nun jetzt wird´s langsam langweilig – genau, „kalt“

Man spricht von Bahnungseffekten, wenn unser Gehirn die Bedeutung eines mit ihm zusammenhängenden Wortes voraktiviert, so dass es uns leichter einfällt. Nun gibt es diese Effekte eben nicht nur für das Sprechen, es gibt sie logischerweise, weil im Gehirn fest installiert, auch für das Handeln.

Wenn sie gerade über ein paar Worte die mit „Pleite“ in Verbindung stehen gedacht haben (kein Geld, Konto überzogen usw.) werden sie automatisch mehr Streß im Laden bekommen indem sie gerade einkaufen.  Wenn sie gerade über ein paar Worte nachgedacht haben wie Rente, Glatze, Gehhilfe, werden sie diese automatisch mit Alt verbinden und der Effekt wird sein, dass sie automatisch, ohne es bewusst zu merken langsamer und vorsichtiger gehen. Haben sie Worte wie Buch, Bibliothek, Flüstern gedacht, werden sie automatisch leiser und langsamer sprechen.

Stellen sie sich nun vor, was eine Bahnung bestehend aus Worten wie Krank, Husten, Kratzen oder das Leben ist eine Qual usw. ihnen übermittelt und wie sie darauf reagieren?