John Donne schrieb einst:

Niemand ist eine Insel, in sich ganz; jeder Mensch ist ein Stück des Kontinents, ein Teil des Festlandes. Wenn eine Scholle ins Meer gespült wird, wird Europa weniger, genauso als wenn’s eine Landzunge würde, oder ein Landgut deines Freundes oder dein eigenes. Jedes Menschen Tod ist mein Verlust, denn ich bin Teil der Menschheit; und darum verlange nie zu wissen, wem die Stunde schlägt; sie schlägt dir selbst.“

Jonny Hofer privatWie komme ich denn jetzt darauf?

Mich interessieren ein paar Fragen, die den Kern menschlicher Beziehungen ausmacht:

Wie erkenne ich, ob ich mit ihr/ihm eine Liebesbeziehung eingehen kann?

Wie erkenne ich, ob ich mit ihr/ihm eine Freundschaft eingehen kann?

Wie erkenne ich, ob mir die Menschen in meinem Umfeld wirklich wichtig sind?

Es gibt bestimmt noch ein paar mehr, nur wieso treten wir überhaupt mit anderen in Beziehung?

Es gibt Theorien, die davon ausgehen, dass es eine Art „soziales Gehirn“ gibt, genauer ein bestimmtes Zusammenspiel verschiedener Hirnregionen, mit der Absicht menschlich-soziale Vorgehensweisen zu speichern und ausführen zu können, immer entsprechend der eigenen Individualität. Ich bin auch dieser Meinung.

Menschen sind von Natur aus soziale Wesen, wir suchen die Gesellschaft, was bedingt durch unsere Erfahrungswerte aus lange zurückliegenden Zeiten seinen Grund hat – den Überlebensvorteil.

Wie bei anderen Regionen des Gehirns des Menschen, so gibt es auch für Zwischenmenschliches und Sozialverhalten Regionen – bei dem einen mehr, beim anderen weniger ausgebildet – die uns dazu befähigen, besser oder geschickter mit unseren Mitmenschen umzugehen oder eben weniger geschickt. Oftmals geraten Menschen jedoch in die menschliche Isolation, weil sie nicht in der Lage sind, sich angemessen (bitte jetzt keine philosophischen Fragen was angemessen bedeutet) zu verhalten. Es zählt zu den kognitiven, sozialen Fähigkeiten des Menschen, sich mit anderen anzufreunden, dass wir für andere Verständnis zeigen, dass wir uns sogar in sie hineinversetzen können, bzw. uns in sie einfühlen und dass wir ihnen auch mitteilen können, welche Bedürfnisse wir haben. Tugenden wie Mitmenschlichkeit oder Verbundenheit mit anderen, sind Grundlagen menschlicher Gesundheit, Zufriedenheit und Glück. Bereits vor der Geburt und erst recht danach sind wir programmiert auf menschlichen Kontakt, wobei bereits hier oft die ersten Schwierigkeiten begonnen haben bzw. beginnen, ein gewisser Weg in die Isolation bereits programmiert wird. Alle Regionen des menschlichen Gehirns sind daran beteiligt, unsere zwischenmenschlichen Beziehungen (mehr oder weniger) intensiv zu führen.

Unsere Aufmerksamkeit, unsere Wahrnehmung und unser Gedächtnis ist notwendig, damit wir andere wiedererkennen oder uns erinnern was wir von ihnen wissen. Wir brauchen unsere Emotionen, um interpretieren zu können, welche Gefühle und Absichten wir bei anderen vermuten. Wir brauchen sprachliche und motorische Fähigkeiten, um uns mit ihnen unterhalten zu können, beziehungsweise auf andere reagieren zu können.

Unser „soziales Gehirn“ hat eine ganze Menge Koordinationsarbeit zu verrichten: Körpersprache, Rhetorik, Abstand, Augenkontakt usw. alles wird verarbeitet.