Derzeit bemerke ich (subjektiv) in den Coachings eine Zunahme von Problemen in der Partnerschaft im Bereich von Alkohol- und Drogenmissbrauch. Es handelt sich dabei nicht um eine Feier, an der man mal ein paar Gläschen zu viel hatte oder an das (hoffentlich) ab und zu gemeinsame Gläschen Champagner in der Badewanne – nein, es handelt sich um wirklichen, dauerhaften und schädlichen Konsum jedweder Art von Drogen. Es gehört im Regelfall nicht zum Coaching, in besonderen Fällen jedoch gebe ich dennoch eine Antwort: Wenn sie bemerken, dass ihr Partner/Partnerin in irgendeiner Form in Abhängigkeit von Drogen gelangt, gilt – keine Toleranz von Drogen. JH-Hände-weg

Drogen sind Substanzen, die die Funktionsweise des Gehirns beeinflussen und die Denkweise verändern. Bei einem alkohol- oder drogenabhängigen Partner haben sie nicht mehr den Menschen vor sich, mit dem sie einmal die Partnerschaft begonnen haben.

Sind sie Tolerant gegenüber der Droge, der Abhängigkeit, dann haben sie mehr mit der Droge zu tun und mehr mit einem anderen Menschen zu tun, als sie es langfristig aushalten.  Die Sucht verändert den Menschen, sie beraubt ihn seines ursprünglichen Selbstbildes, seiner Werte, seiner Reaktion auf seine Mitmenschen und seine Umwelt.

Natürlich können sie mir vorwerfen, dass ich hier zu Intolerant bin und sie können mir auch vorwerfen, dass ich bestimmt auch Alkohol trinke und sie können mir auch ….    Natürlich, bin ich nicht „fehlerfrei“, jedoch genau deswegen, weil Menschen nicht „fehlerfrei“ sind weiß ich, wie leicht Menschen schleichend in solche Situationen hineinrutschen können. Ich habe in den letzten Jahren viele Partnerschaften an genau solchen Problemen zerbrechen sehen. Es zerbrechen meist nicht einmal nur Partnerschaften, es zerbrechen unter Umständen auch Einzelpersonen: Vater, Mutter , Kinder !

Toleriert man solche Situationen zu lange, leiden alle, toleriert man sie nicht und schreitet ein, haben alle Seiten größere Chancen – der Abhängige weil er dadurch eventuell schneller sein selbstzerstörerisches Verhalten und seine Auswirkungen auf seine Umwelt erkennt und die anderen müssen nicht in einer Situation von psychologischen Druck, Vorwürfen, schlechtem Gewissen usw. leben.

Ich kann somit nur guten Gewissens empfehlen, wenn sie den Verdacht haben, dass es bereits eine Drogenabhängigkeit gibt, den Partner fürsorglich und liebevoll, jedoch mit klaren Vorgaben mit Hinblick auf die Partnerschaft empfehlen, sich professionell untersuchen zu lassen. Nur wenn sich ihr Partner ohne wenn und aber darüber im klaren ist, was für seine Zukunft notwendig ist, damit es eine Zukunft für die Partnerschaft gibt, hat diese langfristig eine Chance. Egal welcher Grund für den Drogenkonsum vorliegt, es gibt die verschiedensten Hilfsangebote, nutzen sie diese, nur lassen sie nicht zu, dass auch sie mit den Drogen indirekt ihr Leben fristen.

Natürlich braucht jeder in einer solchen Situation Unterstützung, jedoch sollte diese sich darauf beschränken, dass sie ihren Partner/Partnerin aus einer gewissen Distanz lieben, begleiten sie ihn/sie zur Therapie und ähnliches, nur bleiben sie intolerant bei dauerhaften Erklärungen warum und wieso, oder bei langatmigen Rechtfertigungsversuchen.

Buchtipp 1:

SuchtSucht – Hintergründe und Heilung: Abhängigkeit verstehen und überwinden

Von Heinz-Peter Röhr

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